PETER SCHNEIDER

Universität Bremen: Von der Melancholie zum Erschöpften Selbst: Zur Klinik und Geschichte der Depression

Blockseminar: ganztägig am 5., 6., und 7.2.2010
(zus. mit Dr. med. Zwi Guggenheim, Psychoanalytiker u. Facharzt für Psychiatrie, Zürich)

In diesem Seminar, das aller Voraussicht nach über zwei Semester geführt wird, geht es um einen Überblick über den gegenwärtigen Diskurs zur Depression, und zwar aus drei Blickwinkeln: erstens um psychodiagnostische und psychiatrische Aspekte, zweitens um psychoanalytische Literatur zur Klinik und Theorie der Depression/Melancholie von Freud bis zur gegenwärtigen Diskussion und drittens um verschiedene Versuche, den Depressions-Diskurs mit einer gesellschaftstheoretischen Zeitdiagnose zu verknüpfen.

Alle Texte, die nicht im Internet verfügbar sind, werden in einem Reader im PDF-Format auf der Website www.peterschneider.info (unter „Lehrveranstaltungen“) zur Verfügung gestellt – mit Ausnahme des Buchs von Ehrenberg. Dieses muss von allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen angeschafft werden.

Die mit einem Stern (*) gekennzeichneten Texte müssen vor dem Seminar gelesen werden und sind Grundlage der gemeinsamen Diskussion. Auf die anderen Texte werden wir nur zur Klärung bestimmter Fragen zurückgreifen.

Bedingung für den Erwerb eines Leistungsnachweise: Verfassen eines Essays im Umfang von 15‘000 bis 20‘000 zu einem selbstgewählten Thema nach Absprache im Seminar.

Literatur:

Reader (oben erwähntes PDF-File)

*Alain Ehrenberg: Das erschöpfte Selbst. Depression und Gesellschaft in der Gegenwart. Frankfurt a.M. 2008

„Depression“, in: Wikipedia Link

WHO: ICD-10, Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien, 4. Durchges. u. erg. Aufl. Bern, Göttingen, Toronto, Seattle 2000, S. 129 – 152

Presse-Information: Volkskrankheit Depression Link pdf

Nationale Versorgungs-Leitlinie: Unipolare Depression. Langfassung. 1. Auflage. Konsultationsfassung. Version Konsultation 1.1 Link pdf

*Sigmund Freud: „Trauer und Melancholie“. GW X, S. 427 - 446
*Sigmund Freud: „Vergänglichkeit“. GW X, 357 – 361

Karl Abraham: Psychoanalytische Studien I. Frankfurt a.M. 1969, S. 113 – 164
Otto Fenichel: Psychoanalytische Neurosenlehre, Bd. II, Berlin, Wien 1983, S. 272 – 309
Edith Jacobson: Depression. Frankfurt a.M. 1977, S. 287 – 303
*Michael Turnheim: “Trauer, Melancholie und Psychoanalyse”. In: Kathy Zarnegin: buchstäblich traurig. Basel 2004, S. 161 - 173

*Richard Sennett: Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität. Frankfurt a.M. 1987, Kap. I (S. 15 – 46)
*Andrew Solomon: Saturns Schatten. Die dunklen Welten der Depression. Frankfurt a.M. 2001, S. 15 – 71
Hartmut Böhme: Kritik der Melancholie und Melancholie der Kritik Link
Charlotte Jurk: Der niedergeschlagene Mensch. Depression. Eine sozialwissenschaftliche Studie zu Geschichte und gesellschaftlicher Bedeutung einer Diagnose. Diss. Giessen 2005 Link
*Ernst von Kardorff: „Anmerkungen zum neuerwachten Melancholie-Diskurs. In: Fragmente. Zeitschrift für Kultur-, Medien- und Psychoanalyse. 44/45, Juli 1994, S. 265 – 279

*Alice Miller: Depression und Grandiosität als wesensverwandte Formen der narzißtischen Störung“. In: Psyche, 33. Jg. 1979, S. 132 – 156
*Reimut Reiche: „Haben frühe Störungen zugenommen“. In: Ders.: Triebschicksal der Gesellschaft. Frankfurt/New York 2004, S. 41 - 62
*Christine Morgenroth: Subjektives Zeiterleben, gesellschaftliche Entgrenzungsphänomene und depressive Reaktionen. Ein sozialpsychologischer Versuch“. In: Psyche, 59. Jg. 2005, S. 990 - 1011
*Christian Kläui: „Melancholie: Ein in sich gegensätzlicher Begriff“. In: Jahrbuch für klinische Psychoanalyse 5. Tübingen 2003, S. 11 – 29
*Achim Perner: „Zur Unterscheidung von Depression und Melancholie“. In: Jahrbuch für klinische Psychoanalyse 5. Tübingen 2003, S. 30- 66
*Claus-Dieter Rath: „ ‚Es geht nicht …‘ – Langeweile“. In: Jahrbuch für klinische Psychoanalyse 5. Tübingen 2003, S. 67 – 84
*Dieter Nitzgen: „Schatten des Anderen“. In: Jahrbuch für klinische Psychoanalyse 5. Tübingen 2003, S. 137 - 156, S. 12-29

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