PETER SCHNEIDER

Universität Zürich: WAS IST EINE PSYCHISCHE KRANKHEIT?

Kompaktseminar an vier Freitagen von 10-16 Uhr
Herbstsemiseter 2011 (Beginn 7.10.2011, weitere Daten voraussichtlich: 14., 21. und 28.10.2011

Erläuterung:

Gibt es das „Schleudertrauma“ wirklich? Ist „ADHS“ eine Hirnstoffwechselstörung, eine Erfindung der Pharmaindustrie, die Folge eines bestimmten Beziehungsmusters zwischen Kindern und Eltern oder der Versuch, ein ganz normales Verhalten – vor allem von Knaben – zu pathologisieren? Wie ist die „Hysterie“ entstanden (und wieder verschwunden)? Wurde sie möglicherweise als „Anorexie“ wiedergeboren? Können psychische Krankheiten verschwinden oder wechseln sie nur ihre Form? Ist „Burnout“ eine eigenständige Krankheit oder nur der vornehmere Name für eine Depression? Handelt es sich bei der „Perversion“ ein „soziales Konstrukt“? „Schizophrenie“ ein wissenschaftlicher Gegenstand wie ein Nierenstein oder ein Proton oder vor allem ein stigmatisierendes Etikett? - In dieser Veranstaltung wird es nicht darum gehen, neue Erklärungen für die Entstehung von „psychischen Störungen“ zu finden (oder alte zu bestätigen), sondern darum herauszufinden, welche 8oftmals unreflektierte) Voraussetzungen in solche Fragen (und mögliche Antworten) eingehen. Ausgehend von einschlägigen wissenschaftsphilosophischen Texten (von Foucault, Hacking, Latour u.a.), aber auch von Fallmaterial wie Therapie-Manuals und Filmausschnitten kann diese Veranstaltung als ein Einstieg in die Wissenschaftsforschung für Psychologen und Psychologinnen dienen. Die Bereitschaft, diese Texte für die gemeinsame Diskussion in einem Kurzreferat zu präparieren, ist sehr willkommen.

Anmeldung erbeten an
Eine Literaturliste wird rechtzeitig verschickt.

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